Verein Pro Kallmet
Der Verein befindet sich in seiner Abschlussphase und wird Mitte 2027 aufgelöst. Bis dann werden die Projekte Kindergarten, medizinische Versorgung und Betagten-Betreuung weitergeführt. Die dafür nötigen Mittel sind bereits vorhanden, so dass keine weiteren Spendensammlungen mehr nötig sind. Unsere Projekt-Partnerinnen im ländlichen Dorf Kallmet sind Franziskanische Schulschwestern. Nach wie vor wird ihre Arbeit sehr geschätzt. Zudem läuft ihre Schule in der benachbarten Stadt Lezha so gut, dass es eine Warteliste gibt.
In der Entwicklungszusammenarbeit können folgende Projektzyklen unterschieden werden: Aufbauphase, Konsolidierungsphase und Abschlussphase.
Die Aufbauphase von pro Kallmet begann mit ermutigenden Gesprächen zwischen Konrad Krattenmacher und Menschen, welche nach dem Fall des atheistischen Regimes (1990) aus Albanien auswanderten. Ihr Land war in einem desolaten Zustand und es drohte eine Hungersnot. Fern ihrer Heimat waren sie froh um Personen wie Konrad, der sich für sie und ihr Schicksal interessierte.
Unterstützt durch die Caritas Schweiz reiste Konrad nach Albanien. In Kallmet kam er in Kontakt mit engagierten Personen aus der Kirche, aus dem Orden der Franziskanerinnen und der Verwaltung von Kallmet. Gemeinsam analysierte man den Bedarf der Dorfbevölkerung. Massnahmen wurden geplant, um mit den knappen Mitteln möglichst viel Not zu lindern. Dabei war Konrad nicht der Besserwisser aus der reichen Schweiz, sondern vor allem ein geduldiger Zuhörer. Zurück in der Schweiz engagierte er sich so überzeugend in der Mittelbeschaffung, dass ihn seine Kirchgemeinde Frauenfeld voll unterstützte. Im Advent 2000 gründete man den Verein pro Kallmet Frauenfeld und zwei Jahre später den Verein Pro Kallmet Nussbaumen.



Nach dem Aufbau folgte eine Konsolidierungsphase von über 20 Jahren. In dieser Zeit profitierte man von einer sehr effizienten Zusammenarbeit. Sowohl die Vereinsvorstände als auch die Franziskanischen Schulschwestern arbeiteten ehrenamtlich. Das enorme Wohlstandsgefälle trug dazu bei, dass die Spenden aus der Schweiz in Albanien reichlich Früchte trugen. Es gab starke Bänder des Vertrauens zwischen Spendern, Verein, Schulschwestern und der Bevölkerung in Kallmet. Vertrauen und Verständnis wurden durch gegenseitige Besuche noch gestärkt. Gruppen aus der Schweiz, die Kallmet besuchten und Vertreterinnen aus Kallmet, die nach Nussbaumen kamen und vom Fortschritt in den Projekten berichteten. Besondere Höhepunkte waren die Nussbaumer Opernnächte. Ein Benefizkonzert zur Mittelbeschaffung und zum Informieren der SpenderInnen.
Über die Jahre gab es in Albanien eine Entwicklung, welche den Fortbestand der Schule St. Euphemia immer schwieriger machte. Während die Städte ihren Wohlstand laufend erhöhen, bleiben die Perspektiven auf dem Land bescheiden. Viele ziehen um in grosse Ortschaften oder ins Ausland. Über die Jahre zeichnete sich ab, dass die Schule St. Euphemia trotz Spenden nicht mehr zu halten war. Zu klein die Zahl der Kinder, zu hoch die Kosten für immer besser qualifizierte Lehrerinnen. Mitte 2024 wurde die Schule geschlossen und der Verein Pro Kallmet verlor sein Hauptprojekt.
Der Verein wird noch bis Mitte 2027 weiterbestehen und stellt die Verwendung der verbleibenden Spendengelder gemäss Statuten sicher. Wir pflegen auch weiterhin den Kontakt zu den Franziskanischen Schulschwestern. Und wenn sie sich in der Pilgerkappelle St. Euphemia oberhalb von Kallmet zur Andacht treffen, danken sie für die Hilfe aus der Schweiz. Sie beten für den Pro Kallmet-Gründer Konrad Krattenmacher und für unsere Kirche. Damit viele erkennen, wie wertvoll Engagement und Solidarität im Glauben sind.
Weitere Informationen:
(PDF) Predigt von Bischof Dode zum Thema ‘Das soziale Engagement als Christ’ vom 7. November 2021.
(PDF) Vereinsgeschichte in Erinnerung an den am 11. Juli 2023 verstorbenen Konrad Krattenmacher.
(PDF) Jahresbericht zum Vereinsjahr 2024
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